Unsere Quartiere im Wandel

Wohnen im urbanen Grün. Unsere Wohnanlagen in Lokstedt

Im Norden angrenzend an das Niendorfer Gehege, im Westen direkt neben dem Tierpark Hagenbeck, im Südosten direkt am Universitätsklinikum UKE liegt Lokstedt, ein abwechslungsreicher und besonders bei Familien beliebter Hamburger Stadtteil. Hier findet sich eine schöne Mischung aus alten Villen, modernen Wohnanlagen, Ruhe und Urbanität. Beachtung verdient auch der Lokstedter Wasserturm als Wahrzeichen des Stadtteils, der im Jahr 1911 fertiggestellt wurde. 

Zwanzig Jahre davor war in Lokstedt – erstmals überhaupt in einem deutschen Dorf – eine elektrische Straßenbeleuchtung eingerichtet worden. Zu jener Zeit hatte sich das alte Bauerndorf bereits zu einem beliebten Ausflugsziel für gutsituierte Hamburgerinnen und Hamburger entwickelt. Die Verkehrsanbindung in die Hansestadt wurde ausgebaut, die Bevölkerungszahl stieg und mit ihr die Zahl der bürgerlichen Villenbauten. 

Um die Wende zum 20. Jahrhundert verfügte das eigenständige Dorf über eine beachtliche Infrastruktur und ein modernes, attraktives Wohnumfeld. Wenig verwunderlich, dass die damals eigenständige Stadt Altona in den 1920er Jahren großes Interesse daran zeigte, Lokstedt einzugemeinden. Mit diesem Ansinnen stieß sie jedoch auf Widerstand bei der lokalen Bevölkerung. Stattdessen schlossen sich Lokstedt, Niendorf und Schnelsen im Jahr 1927 zur vergrößerten Gemeinde Lokstedt zusammen. Ungeachtet dessen wurde die Gemeinde zehn Jahre später durch das Groß-Hamburg-Gesetz an Hamburg angeschlossen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Gebäudebestand von Lokstedt teils schwer beschädigt und die Gestalt des Stadtteils wandelte sich mit dem Neu- und Wiederaufbau seit den 1950er Jahren: Erste Wohnhochhäuser entstanden und neben einstigen Villen wurden Wohnhäuser, Gewerbe- und Industriebauten gebaut. Auch die Schiffszimmerer-Genossenschaft beteiligte sich an diesem Prozess. Heute wohnen unsere Mitglieder im Rimbertweg in 242 Wohnungen, die zwischen zwei und fünf Zimmern groß sind.

1958 bis 1963: Vom Kauf des Grundstücks bis zum Einzug

Im Jahr 1958 kauften wir eine Fläche an der Ecke Stresemannallee/Lohkoppelweg und leisteten eine Anzahlung von 500.000 DM. Das Bauvorhaben konkretisierte sich angesichts der noch ausstehenden Gesamtplanung für das Gebiet zunächst jedoch nicht. Der endgültige Durchführungsplan lag auch im Folgejahr nicht vor und die Gespräche mit der Baubehörde zogen sich in die Länge. Dennoch waren wir optimistisch, bald mit dem Bau beginnen zu können. 

Zuvor mussten wir jedoch noch eine andere Aufgabe erledigen: Auf dem Grundstück befanden sich mehrere bewohnte Behelfsheime – ein Resultat des knappen Wohnbestands, von dem sich Hamburg nach der massiven Zerstörung durch die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges nur langsam erholte. Für die dort noch wohnenden 21 Familien stellten wir zunächst Genossenschaftswohnungen zur Verfügung und machten das Gelände frei für den bevorstehenden Bau.  

Nach weiteren Verzögerungen, unter anderem aufgrund ausstehender Arbeiten am Kanalnetz, konnten wir im Jahr 1961 mit dem Bau beginnen. Wir planten 202 Wohnungen und 78 Garagen, wobei wir besonderen Wert auf unterschiedliche Grundrissvarianten und Wohnungstypen legten. Aus den Rückmeldungen unserer Mitglieder zu den Grundrisslösungen erhofften wir uns, Erkenntnisse für zukünftige Planungen zu gewinnen. Auch das war ein Grund, warum der Bau mit Kosten von deutlich über sechs Millionen DM recht teuer war.

Aufgrund schlechter Witterungsbedingungen verzögerte sich die Fertigstellung erneut. Als wir im November 1962 mit der Möbelabteilung der Konsumgenossenschaft „Produktion“ eine gesonderte Ausstellung mit Möblierungsbeispielen für die Wohnungen organisierten, waren längst noch nicht alle Einheiten bezugsfertig. Die Bauarbeiten zogen sich bis ins nächste Jahr: Anfang des Jahres 1963 konnten die Wohnungsnutzerinnen und Wohnungsnutzer die letzten 24 Wohnungen beziehen. Die Bauarbeiten an den Garagen konnten wir im Mai 1963 abschließen. 

Zu diesem Zeitpunkt war der Straßenausbau erfreulicherweise bereits beendet. Nachdem das Kanalnetz Ende des Jahres 1961 fertig war, nahm die Stadt Hamburg die Straßenarbeiten zügig in Angriff. Noch im Jahr 1962 entstand der Rimbertweg, benannt nach dem frühmittelalterlichen Erzbischof von Bremen und Hamburg. Im selben Jahr ereignete sich die historische Hamburger Sturmflut, durch die auch Genossenschaftsmitglieder ihre Wohnungen verloren. Im Sinne der genossenschaftlichen Solidarität vergaben wir die neuen Wohnungen in Lokstedt primär an die Flutopfer. 

In den folgenden Jahrzehnten führten wir wiederholt Modernisierungsmaßnahmen an der Wohnanlage im Rimbertweg durch. Zum Beispiel stellten wir im Jahr 1980 auf Erdgasversorgung um. Im Jahr 1987 bauten wir isolierverglaste Fenster ein. 

Nachverdichtung: 40 barrierearme Wohnungen

Zu Beginn der 2010er Jahre planten wir eine Nachverdichtung beziehungsweise Ergänzung der bereits bestehenden Wohnanlage: Es entstanden 40 barrierearme Wohnungen – davon 16 öffentlich geförderte Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern und 24 frei finanzierte zwei- bis vier-Zimmerwohnungen – sowie Stellplätze, teilweise in einer Tiefgarage. Im August 2013 begannen wir mit dem Bau und feierten im Sommer 2014 das Richtfest. Im Frühjahr 2015 konnten unsere Mitglieder die Wohnungen beziehen. Durch Fernwärme, eine Solaranlage für Warmwasser und eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung realisierten wir eine besonders umweltfreundliche Bauweise. Dafür erhielten wir im Jahr 2016 im Rahmen des BDA Hamburg Architektur Preis eine Würdigung. 

Modernisierungsmaßnahmen im Rimbertweg 2-14c,7-15d

Im Jahr 2022 setzten wir ein umfassendes Modernisierungskonzept für die 202 Wohnungen im Rimbertweg um: Wir dämmten Fassaden und Dächer, tauschten Fenster aus und stellten die Energieversorgung von Gas auf Fernwärme um. Zusätzlich gestalteten wir Balkone und Hauseingänge neu.